Wie wir Texte verständlich aufbauen können

Regina Magdalena Smrcka

Wie wir Texte verständlich aufbauen können

 

Oft blutet mir das Herz, wenn ich lese, wie EPUs im Bemühen, möglichst viel Mehrwert zu bieten, wertvolle Inhalte und Fachwissen „verschenken“. Um mit mehreren thematischen Sachverhalten in einem Werbetext oder Blogbeitrag ihre LeserInnen zu verwirren oder gar zu überfordern.

 

Der „Küchenzuruf“ – die eigentliche Botschaft

Im Journalismus gibt es den Ausdruck des „Küchenzurufs“. Dieser geht auf Henri Nannen, den 1996 verstorbenen Gründer und Chefredakteur der Zeitschrift „Stern“, zurück. Sein Anspruch war eine klare, sachgerechte Aussage in jedem Text, die jeder geradewegs versteht. Der Küchenzuruf ist das Ergebnis der Fähigkeit, einen Inhalt so zu formulieren, dass der Leser/die Leserin diesen sofort erkennt und in ein bis zwei Sätzen wiedergeben kann.

 

Nannen ging von der Vorstellung eines Ehepaares aus. Folgende Situation: Während die Frau in der Küche den Abwasch erledigt, liest der Mann im Wohnzimmer die Zeitung. Eine Botschaft darin regt ihn so auf, dass er in die Küche schreit, „Schatz, …!“. Dieser kurz zusammengefasste Inhalt, das, was der Mann seiner Frau mitteilt, ist der „Küchenzuruf“.

 

Ist nicht auf den ersten Blick erkennbar, um was es im Text geht, wird unsere Botschaft untergehen. Fragen Sie sich daher immer, was sie kommunizieren möchten, welcher Inhalt Priorität hat und klopfen sie ihren Text darauf ab. Im Zweifel ist weniger oft mehr!

Ursache und Wirkung

Der Begriff der Kundenreise, auch Customer Journey genannt, ist Businessfrauen im pädagogischen, sozialen oder therapeutischen Bereich oft fremd. Doch im Grunde geht es nur um das Bewusst werden von Ursache und Wirkung. In einem seriösen Beratungs- oder Betreuungsprozess ist die erste Frage, die nach dem Hintergrund des Problems. Ist diese beantwortet, geht es darum, kleine Verhaltensänderungen im Alltag zu erreichen. Mit dem Ziel Gesundheit, Erfolg, ein erfülltes Beziehungsleben zu erlangen.

Um nichts anderes geht es im Content Marketing. In der Kundenreise. Im Text. Das Ziel guten Marketings ist es, den KundInnen die Informationen zukommen zu lassen, welche sie gerade benötigen. Dabei wird auf alle Bewusstseinsstufen eingegangen. Von der Frage nach der Ursache bis hin zu konkreten Tipps für eine erfolgreiche Umsetzung im Alltag. Anstatt auf der persönlichen Ebene, in Form von Text. Gut aufgebaut auf ein Konzept. Angefangen beim Blogartikel bis hin zu ergänzenden Social Media Beiträgen, die darauf verweisen. Abgerundet vom Newsletter, der zur eigenen Webseite dem passenden Angebot zurückführt.

 

Präsentation und Lesbarkeit

Ist der Inhalt ausgewählt, garantiert die richtige Darstellung eine gute Lesbarkeit. Gerade in Online-Texten empfiehlt es sich, den Fließtext in mehrere Absätze zu unterteilen und diese mit Zwischenüberschriften zu versehen. Dies erleichtert die Orientierung und den Lesefluss. Auch empfehle ich einen linksbündigen Text im Vergleich zum immer noch beliebten, jedoch unlesbaren Blocksatz. Ebenso sind im Web serifenlose Schriften (z. B. Arial) leichter lesbar, im Druck dagegen werden bevorzugt Schriftarten mit Serifen eingesetzt, wie z. B. Times New Roman oder Garamond. Auch die Schriftfarbe sowie der Hintergrund spielen eine Rolle, prinzipiell werden dunkle Schriften auf weißem Hintergrund empfohlen. Doch auch einige Kombinationen von heller Schrift auf dunklem Hintergrund sind möglich, wie eine Untersuchung von Karl Borggräfe zeigt. (Quelle: „Logodesign. Grundlagen der digitalen Gestaltung von Logos“ von Sabine Hamann)